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Wirtschaftskraft aus Streuobstwiesen

Mit Volldampf bricht die Manufaktur Jörg Geiger zu neuen Ufern auf: Gestern wurde der Baubeginn einer Produktionshalle für den Prisecco gefeiert.

JÜRGEN SCHÄFER | 13.02.2014

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Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Alexander Bonde konnte gestern selbst bezeugen, welche Dynamik die Manufaktur Jörg Geiger entfaltet: Vor zwei Jahren kam er zur Einweihung einer Schaubrennerei, jetzt zum Baubeginn für eine Halle, die eine neue Dimension für den Schlater Obstgetränkespezialist darstellt. Das Land gebe dafür einen Zuschuss, weil Geiger ein wichtiges Gut zu vermarkten wisse: die Streuobstwiesen, die das Landschaftsbild und die Identität prägten, aber ökonomisch unter Druck stünden. Geiger biete den Besitzern alter Obstbausorten eine wirtschaftliche Perspektive. Berichten konnte der Minister, dass die Sterneköche bei der Intergastra großes Interesse an den Produkten des Schlaters gehabt hätten. Er beliefere das Spitzensegment und stehe an ihrem Sternenhimmel.

"Prisecco" heißt der Stern, der immer mehr strahlt. Jörg Geiger hat ihn als alkoholfreien Cocktail vor elf Jahren begründet und seither 13 Sorten kreiert - allein vier im letzten Herbst. "Weil man bei einer schwachen Ernte mehr Zeit hat, neues zu entwickeln", erklärt er. Neues heißt auch: ein Prisecco, der zum Essen gereicht wird, als alkoholfreie Alternative zu Wein oder Wasser. Mit mittlerweile sieben Sorten hält auch der "Essensbegleiter" neben dem Aperitif in der Gastronomie Einzug. Mehr als die Hälfte der Drei-Sterne-Häuser führen seine Produkte, sagt Geiger. "Alkoholfrei ist in aller Munde" - und dafür braucht er die neue Halle.

Mit stattlicher Größe von 60 mal 40 Metern entsteht sie im Schlater Gewerbegebiet, dank Anbindung an die neue Nordspange passt die Logistik für den Ansturm von 400 Obstanlieferern, die bisher in den Ort einschwärmten. Die zahlreichen Gäste aus Politik und Obstbau, die gestern Grundsteinlegung feierten, standen schon auf dem befestigten Plateau der Halle. Es gehe an den Rohbau, sagt Geiger. Schon die nächste Ernte will er am neuen Standort einfahren und ihn bis Ende 2016 voll ausbauen.

Landrat Edgar Wolff würdigte die Innovationskraft und den unternehmerischen Mut Geigers, der Schlat und dem Landkreis als "hervorragendes Aushängeschild" erhalten bleibe. "Die Manufaktur und Schlat passen zusammen und gehören zusammen." Bürgermeisterin Gudrun Flogaus sieht es als Glücksfall, dass sie Geiger ein geeignetes Grundstück anbieten konnte.




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